Wie sieht die mobile Arbeitsmaschine von morgen aus? Stell dir eine Maschine vor, die mit KI-gestützter Computer Vision ausgestattet ist und ihre Arbeitsumgebung kontinuierlich überwacht. Erkennt das System etwas Unerwartetes im Arbeitsbereich – etwa eine Person, ein Tier oder herumliegende Gegenstände – wird der oder die Bediener:in sofort gewarnt.
Arbeitsmaschinen der Zukunft werden hochentwickelte Computer sein. Ihre technologischen Lösungen machen den Einsatz effizienter, sicherer und nachhaltiger. Gleichzeitig erzeugt ihre Nutzung Daten, aus denen neue Datenströme entstehen und sich völlig neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.
Im Herbst 2025 schloss Gofore eine Partnerschaft mit der internationalen Qt Group. Bereits vor der offiziellen Vereinbarung präsentierten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit auf der iVT Expo in Deutschland. Gofore stellte dort eine KI-gestützte Computer-Vision-Lösung vor, die in einen Gabelstapler- und Holzlader-Simulator integriert war. Die virtuelle Sicht wurde dabei auf beiden Seiten des Auslegers installiert.
Das Ergebnis sind visualisierte Daten, die direkt auf dem Bildschirm des Bedieners oder der Bedienerin angezeigt werden und einen Echtzeit-Überblick über die Arbeitsumgebung der Maschine ermöglichen.
Die immersive Demo zog auf der internationalen Fachmesse große Aufmerksamkeit auf sich.
„Aus technologischer Sicht ist die Demo einzigartig. Vom ersten Konzept bis zur praktischen Umsetzung hat das Team beeindruckend gezeigt, wie sich wirklich neue Denkansätze für zukünftige Arbeitsmaschinen entwickeln lassen – und dabei gleichzeitig reale Herausforderungen von Kunden schon heute lösen. Ich und das gesamte Qt-Team sind stolz auf diese Lösung und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit“, sagt Lazo Eric, Director Embedded R&D bei der Qt Group.
Neue wertschöpfende Lösungen für die Welt mobiler Arbeitsmaschinen
Benutzeroberflächen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung intelligenter industrieller Geräte und Produkte. Displays gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung, während gleichzeitig die Erwartungen der Endnutzer:innen an Grafik und Nutzererlebnis stetig steigen.
Gofore nutzt die Softwarebibliotheken und UI-Entwicklungslösungen der Qt Group, um visuell überzeugende grafische Benutzeroberflächen für industrielle Anwendungen zu entwickeln.
Die Erwartungen an die neu gestartete Zusammenarbeit sind daher auf beiden Seiten hoch.
„Qt ist eine der bedeutendsten Technologien im Bereich Benutzeroberflächen für intelligente Maschinen. Statt Lösungen isoliert zu entwickeln, haben wir uns bewusst für die Stärke der Zusammenarbeit entschieden. Der größte Nutzen aus Partnervereinbarungen entsteht letztlich für unsere Kunden in der intelligenten Industrie. Gemeinsam mit unseren Partnern ist Gofore auch an der Umsetzung und dem Design der Benutzeroberflächen beteiligt“, erklärt Tomi Vahtera, Service Owner für Embedded Systems bei Gofore.
Eine neue Ära der Produktentwicklung
Viele lang etablierte Prinzipien industrieller Arbeit – teilweise seit Jahrhunderten unverändert – werden derzeit infrage gestellt. Gründe dafür sind unter anderem steigende Erwartungen der Kunden an schnellere Produktentwicklung, strengere regulatorische Anforderungen und neue servicebasierte Geschäftsmodelle, die auf hochwertigen Daten aufbauen.
Der digitale Lebenszyklus eines Produkts beginnt heute bereits in der Designphase, die vollständig digital erfolgt – ohne aufwendige physische Prototypenphasen.
Simulation spielt in diesem digitalen Ansatz eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht es, die Funktionalität eines Designs zu testen, bevor ein Gerät oder eine Maschine in die Produktion geht. Displays und Bedienpanels sind dabei ein wesentlicher Bestandteil der Funktionalität.
„Simulation ist entscheidend, um Designs vor der Fertigung zu validieren. Displays und Bedienpanels spielen dabei eine zentrale Rolle für die gesamte Nutzerfreundlichkeit“, fasst Vahtera zusammen.
Simulation spielt in diesem digitalen Lebenszyklus eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht es, die Funktionalität eines Designs zu testen, bevor ein Gerät oder eine Maschine in die Produktion geht. Displays und Bedienpanels sind dabei ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtfunktionalität.
Lazo Eric stimmt dem zu und ergänzt:
– Der Schlüssel liegt darin, gemeinsam technologische Lösungen zu entwickeln, die das Leben unserer Kunden erleichtern und ihre Produktivität steigern – von ersten Konzepten für Benutzeroberflächen und Qualitätssicherung bis hin zum Launch und der kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Ausblick: Die Entwicklung von Embedded Systems in den kommenden Jahren
Lazo Eric, Director R&D bei der Qt Group, wenn man einige Jahre in die Zukunft blickt – welche Veränderungen erwarten Sie im Bereich Embedded Systems?
– Das Wachstum sowohl in der Anzahl als auch in der Bedeutung von KI und KI-Assistenten ist unübersehbar. Agentic AI, die Entwickler:innen, Designer:innen, Tests und verschiedene Phasen der Softwareentwicklung unterstützt, gewinnt deutlich an Bedeutung.
– Auch Edge AI muss in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen – oder zumindest Entscheidungsvorschläge zu liefern – genau dann, wenn sie benötigt werden. Aktuell sind viele KI-Modelle noch fragmentiert, doch auch hier wird sich plattformübergreifende Entwicklung weiterentwickeln. Künftige KI-Funktionen werden zunehmend direkt in Geräte integriert.
– Weitere Technologien, die es zu beobachten gilt, kommen aus der Automobilindustrie. Endnutzer:innen erwarten heute mehr denn je von Fahrzeugen. Dieselben Trends zu besserer Bedienbarkeit und hochwertigeren visuellen Nutzererlebnissen zeigen sich auch in der Unterhaltungselektronik sowie in Lösungen für Pharma, Gesundheitswesen und Verteidigungsindustrie.
Abschließend hebt Eric Robotik und zunehmend immersive virtuelle Lösungen als zentrale Bausteine des zukünftigen Technologie-Stacks hervor.
Partner im Fokus: Qt Group
Im Zentrum des Angebots der Qt Group stehen plattformübergreifende Lösungen, die den gesamten Softwareentwicklungszyklus unterstützen.
Cross-Platform-Entwicklung ermöglicht es, dieselbe Anwendung auf mehreren Plattformen bereitzustellen, ohne den zugrunde liegenden Quellcode anpassen zu müssen. Besonders im Bereich Embedded Systems bringt das große Vorteile: Anwendungen können für unterschiedliche Systeme und Hardwarekonfigurationen entwickelt werden, ohne die Software jedes Mal neu aufbauen zu müssen.
Eine weitere große Stärke von Qt liegt im Bereich Displaygrafik. Ihre Bedeutung wächst sowohl in professionellen Industrie- und Verteidigungslösungen als auch im Consumer-Markt kontinuierlich.
Die Qt Group ist an der Börse in Helsinki gelistet und hat ihre Ursprünge im Jahr 1995. In mehr als 20 Jahren hat sich das Unternehmen zu einem internationalen Softwarehaus entwickelt. Seine Lösungen, Anwendungen und intelligenten Geräte werden täglich von über 1,5 Millionen Softwareentwicklern weltweit genutzt und erreichen Endnutzer:innen in mehr als 70 Branchen in über 180 Ländern.
Die Maschinen- und Geräteindustrie bewegt sich in Richtung eines digitalen Servicegeschäfts, in dem digitale und reale Welt nahtlos zusammenwachsen. Die Frage ist, ob das Denken entlang des digitalen Produktlebenszyklus bereits Teil der eigenen Strategie und Produktentwicklung ist.