Der starke Anstieg von Satelliten und Objekten im Low Earth Orbit (LEO), begünstigt durch sinkende Startkosten, hat das Risiko katastrophaler Kollisionen deutlich erhöht, ein Szenario, das als Kessler-Syndrom bekannt ist. Als Reaktion darauf hat die ESA die Zero Debris Charter eingeführt, die klare Fristen für das Deorbiting von Satelliten vorgibt, um die Entstehung von Weltraumschrott konsequent zu begrenzen.
Das Konsortium hatte das Ziel, mit Charon ein autonomes Deorbiting-System für CubeSats zu entwickeln, das auch unter Worst-Case-Bedingungen ein verlässliches Deorbiting sicherstellt, etwa dann, wenn ein Satellit unmittelbar nach dem Start die Kommunikation verliert. In solchen Fällen muss das System eigenständig entscheiden, den Deorbiting-Prozess einzuleiten, ganz ohne Eingriff durch die Bodenkontrolle.
Ziel war die Entwicklung eines universell einsetzbaren Moduls, das mit CubeSats ab 6U kompatibel ist. Dabei sollten Komponenten mit hohem Technology Readiness Level (TRL) aus dem Partnernetzwerk des Konsortiums genutzt werden. Gleichzeitig musste die Lösung den Anforderungen der ESA an die Orbitbereinigung entsprechen und eine skalierbare Basis für künftige Missionen schaffen.