Blog 20.1.2026

2026 wird zum entscheidenden Jahr der Digitalisierung

Digitale Gesellschaft

Geopolitische Unsicherheit, angespannte öffentliche Finanzen und strikte Kostendisziplin zwingen den öffentlichen Sektor zu Reformen, bei denen Produktivität, Sicherheit und Vertrauen gleichermaßen im Fokus stehen. Im Jahr 2026 richtet sich der Blick verstärkt auf die Neugestaltung von Services, den verantwortungsvollen Einsatz von KI und auf digitale Infrastrukturen, die nachhaltiges Wachstum und gesellschaftliche Resilienz unterstützen.

Die Digitalisierung ist damit in eine neue Phase eingetreten. Es geht nicht mehr darum, einzelne Systeme zu entwickeln oder technologische Experimente durchzuführen. Entscheidend ist vielmehr, dass die zentralen Funktionen der Gesellschaft auch unter Bedingungen geopolitischer Instabilität, knapper öffentlicher Mittel, Fachkräftemangel und rasanten technologischen Wandels zuverlässig, produktiv und vertrauenswürdig funktionieren.

Die Grenzen öffentlicher Haushalte haben sich dauerhaft verschoben. Ausgabendeckel und Kostendruck erzwingen klare Prioritäten: Nicht alles kann umgesetzt werden – und das, was umgesetzt wird, muss deutlich mehr Wirkung entfalten als bisher.

„Mehr erreichen mit weniger Ressourcen“ ist daher keine strategische Option mehr, sondern Realität.

Am Ende wird sich der Erfolg der Digitalisierung daran messen lassen, wie menschlich, funktional und vertrauenswürdig die Gesellschaft ist, die sie für Bürger:innen mitgestaltet.

In seiner Neujahrsansprache brachte der finnische Präsident Alexander Stubb das Umfeld auf drei zentrale Begriffe: Frieden, Wachstum und Fürsorge. Gleichzeitig betonte er die Sorge um die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen. Genau diese Themen muss Digitalisierung heute adressieren.

Auch nationale Strategierahmen spiegeln dieses Gesamtbild wider. Die F&E&I-Strategie des finnischen Forschungs- und Innovationsrats betont datengetriebene Wertschöpfung, transformative Technologien, nachhaltiges Wachstum sowie Sicherheit und Resilienz. Gleichzeitig zeigen die Megatrends von Sitra, dass Digitalisierung längst zu einer grundlegenden Infrastruktur der Gesellschaft geworden ist.

Zentrale Themen für den öffentlichen Sektor im Jahr 2026

Die nächste Phase der Digitalisierung: Services neu denken

Der Erfolg der Digitalisierung wird sich künftig daran messen, wie gut Dienstleistungen aus Sicht der Bürger:innen funktionieren und wie viel Zeit, Ressourcen und Expertise sie freisetzen. Alte Prozesse lediglich zu digitalisieren reicht nicht mehr aus und ist häufig sogar kontraproduktiv.

Angespannte Haushalte und strenge Kostendisziplin erfordern den Übergang von isolierten Projekten zu ganzheitlichen Lösungen. Services müssen so neu gestaltet werden, dass sie:

  • Verwaltungsgrenzen überschreiten
  • Doppelarbeit vermeiden
  • manuelle Tätigkeiten reduzieren
  • ohne dauerhaft zusätzliche Ressourcen skalieren

Dies betrifft gleichermaßen staatliche Behörden, Kommunen und Städte sowie den Bildungssektor. Wenn Arbeitskräfte knapper werden und Kostendruck steigt, kann Produktivität nur durch Priorisierung, Automatisierung und eine konsequente Nutzung von Daten erreicht werden.

Künstliche Intelligenz: Von Experimenten zur Kerninfrastruktur

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant von Pilotprojekten zu einem Bestandteil der gesellschaftlichen Kerninfrastruktur. Die entscheidende Frage lautet 2026 nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie kontrolliert, verantwortungsvoll und sicher implementiert wird.

Aus Sicht von Gofore liegt die zentrale Rolle von KI darin,

  • Facharbeit und Entscheidungsprozesse zu unterstützen
  • Produktivität unter engen Budgetbedingungen zu steigern
  • Qualität und Wirkung öffentlicher Leistungen zu sichern

Dafür braucht es ein starkes Informationsmanagement, klare Regeln und eine Architektur, die den skalierbaren Einsatz von KI ermöglicht, ohne Vertrauen oder Sicherheit zu gefährden. KI ist dabei kein isoliertes Werkzeug, sondern Teil eines größeren Gesamtsystems aus Daten, Prozessen und Services.

Vertrauen, Sicherheit und digitale Identität

Die nächste Phase der Digitalisierung kann nur gelingen, wenn Vertrauen gewährleistet ist. Cybersicherheit, Datenschutz und digitale Selbstbestimmung sind längst von technischen Detailfragen zu strategischen Führungsaufgaben geworden.

Eine besonders bedeutende Veränderung bringt die europäische digitale Identitätswallet (EUDI). Sie verändert grundlegend, wie Menschen sich authentifizieren, Daten teilen und mit öffentlichen sowie privaten Services interagieren.

Digitale Identität wird zur zentralen Schicht digitaler Services und verbindet:

  • sichere Authentifizierung
  • vertrauenswürdigen Datenaustausch
  • nahtlose Nutzererlebnisse

Wenn digitale Identität, Daten und KI zusammenwirken, können Services von der Lebenssituation der Nutzerinnen und Nutzer ausgehen – nicht von Formularen oder organisatorischen Zuständigkeiten.

Unterschiedliche Sektoren, gemeinsame Transformation

Im staatlichen Bereich erzwingen Kostendruck, sicherheitspolitische Veränderungen und Verwaltungsreformen neue Prioritäten. Digitalisierung muss sicherstellen, dass Entscheidungsprozesse, Genehmigungen und Governance auch unter schwierigen Rahmenbedingungen zuverlässig funktionieren.

In Kommunen und Städten trifft strikte Haushaltsdisziplin auf demografische Veränderungen. Eine alternde Bevölkerung, eine sinkende Erwerbsbevölkerung und steigende Servicebedarfe erfordern neue Betriebsmodelle und Servicenetzwerke. Produktivität wird hier auch zu einer Frage der Fürsorge: der Fähigkeit, grundlegende Dienstleistungen für alle zu sichern.

Im Bildungssektor ist der Wandel besonders strukturell. Sinkende Jahrgänge, knapper werdende Mittel, Spezialisierungsdruck und internationaler Wettbewerb um Talente treiben Entwicklungen hin zu Ökosystemlösungen. Initiativen wie Digivisio 2030 oder Opin.fi stehen für den Übergang zu flexiblen, datenbasierten Modellen des lebenslangen Lernens.

Nachhaltige Produktivität als Grundlage für Wachstum

Strenge Kostendisziplin steht nicht im Gegensatz zur Digitalisierung, sie ist ihr stärkster Treiber. Funktionierende digitale Infrastrukturen, interoperable Services und verlässliches Datenmanagement schaffen die Grundlage für gesellschaftliche Erneuerung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.

Vertrauen entsteht gemeinsam

Gofore gestaltet die digitale Transformation des öffentlichen Sektors gemeinsam mit Behörden, Städten und Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, disruptive Veränderungen in nachhaltige Produktivität und gesellschaftliches Vertrauen zu übersetzen.

Das bedeutet Services müssen neu gedacht, KI verantwortungsvoll eingesetzt und Sicherheit, Daten sowie Identität konsequent in jede digitale Entwicklung integriert werden.

2026 ist kein Jahr für Hype.

Es ist das Jahr, in dem Digitalisierung ihre Versprechen einlösen muss, als nachhaltige Produktivität, als reibungslos funktionierender Alltag und als Fundament für gesellschaftliches Vertrauen.


Lasst uns gemeinsam die digitale Gesellschaft neu denken

Ewa Tawaststjerna

Director, Digital Government

Ewa, Business Director für Digital Government bei Gofore, verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Führungspositionen der IT-Branche. Sie bringt umfassende Expertise in Vertrieb und Kundenführung sowie in IT-Service-Delivery, Projektmanagement und HR-Führung mit. Kundenerfolg und erfolgreiche Projektumsetzungen stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Zum Seitenanfang