Veränderung endet nicht mit einer Ankündigung, sie entwickelt sich über Wochen und Monate. Gerade bei einem Firmenzusammenschluss sind es oft die kleinen Momente, Begegnungen und Entscheidungen, die zeigen, wie aus zwei Organisationen Schritt für Schritt eine gemeinsame wird.
Mit unserer Serie „Along the Way“ begleiten wir die Integration von Gofore und esentri über ein ganzes Jahr hinweg. In jedem Quartal sprechen wir mit Ana (Gofore) und Philipp (esentri) darüber, wie sie diese Entwicklung erleben – persönlich, ehrlich und aus ihrem Arbeitsalltag heraus.
Im ersten Teil standen vor allem Neugier, offene Fragen und die Erwartungen an den gemeinsamen Weg im Mittelpunkt (Link zum ersten Artikel).
Heute, weitere drei Monate später, hat sich vieles verändert. Die neue Organisationsstruktur ist eingeführt, erste gemeinsame Projekte sind gestartet und beim gemeinsamen Summer Event haben sich viele Kolleg:innen erstmals persönlich kennengelernt. Doch wie fühlt sich Integration heute an?
Aus Unsicherheit wird Verantwortung
Im ersten Interview beschrieben beide die Integration als eine Phase des Wartens. Heute sprechen sie über Verantwortung.
Mit der Einführung der neuen Organisationsstruktur haben sowohl Ana als auch Philipp neue Führungsrollen übernommen. Ana verantwortet heute eine Service Area, Philipp begleitet als People Lead ein Team von Mitarbeitenden. Damit hat sich nicht nur ihre Rolle verändert, sondern auch ihr Blick auf die Integration.
Während es in den ersten Monaten vor allem darum ging, Orientierung zu finden, beschäftigen sie heute ganz andere Fragen: Wie entwickelt man Teams weiter? Wie schafft man gute Zusammenarbeit? Wie begleitet man Menschen durch Veränderung?
Ana beschreibt diesen Wandel als Veränderung der gemeinsamen Energie:
„Die Skepsis ist weniger geworden. Jetzt sind wir im Doing. Jetzt geht es darum, gemeinsam eine Vision zu entwickeln.“
Auch Philipp erlebt diesen Wechsel sehr deutlich. Neben seiner Projektarbeit stehen plötzlich Themen wie Mitarbeiterentwicklung, Kapazitätsplanung oder Führung im Mittelpunkt. Aufgaben, die vor wenigen Monaten noch keine Rolle gespielt haben.
Wenn aus Begegnungen Zusammenarbeit wird
Im ersten Gespräch erzählten beide von den ersten Kontakten zwischen Gofore und esentri. Heute geht es längst nicht mehr nur um Begegnungen.
Mit der neuen Organisationsstruktur arbeiten Kolleg:innen beider Unternehmen inzwischen in gemeinsamen Service Areas zusammen. Neue Austauschformate entstehen, gemeinsame Kommunikationswege etablieren sich und die ersten organisatorischen Grenzen verschwinden.
Dabei geht es weniger um große Meilensteine als um viele kleine Veränderungen.
Ana beschreibt, dass inzwischen nicht mehr zwei getrennte Teams zusammenarbeiten, sondern gemeinsame Teams entstehen. Gleichzeitig zeigt sich auch, dass Integration Zeit braucht.
„Jetzt beginnt erst die eigentliche Arbeit: Gemeinsam herauszufinden, wie wir als ein Team funktionieren.“
Auch Philipp erlebt diese Entwicklung im Alltag. Für ihn verändert sich Integration unter anderem über Sprache, Gewohnheiten und Identität.
„Ich merke, dass ich inzwischen ganz selbstverständlich von ‚wir bei Gofore‘ spreche.“
Ein Summer Event, das mehr war als ein Sommerfest
Ein besonderer Moment der vergangenen Monate war das gemeinsame Summer Event. Viele Kolleg:innen begegneten sich dort zum ersten Mal persönlich. Was zuvor vor allem in virtuellen Formaten stattgefunden hatte, wurde plötzlich greifbar.
Für Ana war genau das der entscheidende Unterschied.
„Man konnte die Energie der Menschen spüren. Es hat sich angefühlt, als wären wir eins.“
Auch Philipp erinnert sich vor allem an die Gespräche am ersten Abend.
„Du hast Leute getroffen, die dein Mindset teilen. Es hat sich überhaupt nicht fremd angefühlt.“
Beide beschreiben das Event nicht als klassischen Firmenanlass, sondern als einen Moment, in dem Beziehungen entstanden sind, die sich online kaum entwickeln können.
Kultur entsteht nicht auf dem Organigramm
Schon im ersten Interview war die kulturelle Nähe zwischen Gofore und esentri ein großes Thema. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil.
Eine der größten Unsicherheiten bestand zunächst darin, ob die neue Organisationsstruktur auch eine Veränderung der Unternehmenskultur bedeuten würde.
Heute fällt das Fazit deutlich gelassener aus. Mehr Struktur bedeutet nicht automatisch mehr Hierarchie. Eigenverantwortung, Vertrauen und kurze Entscheidungswege prägen weiterhin die Zusammenarbeit, unabhängig davon, wie das Organigramm aussieht.
Interessant ist dabei, dass beide dieselben Strukturen teilweise unterschiedlich wahrgenommen haben. Gerade diese unterschiedlichen Blickwinkel zeigen, wie individuell Kultur erlebt wird und wie wichtig der gemeinsame Austausch darüber ist.
Wenn Integration selbstverständlich wird
Auch die Rolle des Integration Monitoring Teams hat sich verändert. Im ersten Interview beschrieben Ana und Philipp das Team noch als wichtiges Sprachrohr zwischen Mitarbeitenden und Integrationsteam.
Heute sehen beide diese Rolle deutlich entspannter. Viele Fragen werden inzwischen direkt mit People Leads oder Heads of Service Area besprochen. Unsicherheiten konnten durch die neue Organisationsstruktur reduziert werden.
Für Ana ist das ein gutes Zeichen:
Je weniger das Integration Monitoring Team gebraucht wird, desto erfolgreicher entwickelt sich die Integration.
Philipp formuliert es ähnlich:
„Unser Ziel war es eigentlich, uns irgendwann selbst überflüssig zu machen. Und genau danach fühlt es sich gerade an.“
Der Blick nach vorne
Auch wenn inzwischen vieles konkreter geworden ist, sehen beide die Integration längst nicht als abgeschlossen.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die neuen Service Areas entwickeln, wie Führung in der neuen Organisation gelebt wird und wie aus neuen Strukturen gemeinsamer Alltag entsteht.
Denn genau darum geht es bei Along the Way.
Nicht darum, den perfekten Moment festzuhalten. Sondern zu zeigen, wie sich Veränderung Schritt für Schritt entwickelt.
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