Veränderung lässt sich selten in einem klaren Anfang und ein klares Ende einteilen. Gerade bei einem Firmenzusammenschluss entsteht eine Phase, die schwer zu greifen ist, nicht mehr das Alte, aber auch noch nicht das Neue.
Mit der Serie „Along the Way“ wollen wir genau diese Phase sichtbar machen. Nicht als abgeschlossene Geschichte, sondern als fortlaufenden Prozess in der Firmenzusammenführung von Gofore und esentri und zwar aus der Perspektive von Menschen, die ihn gerade erleben.
Drei Monate nach der Ankündigung sprechen wir mit Ana (Gofore) und Philipp (esentri). Beide begleiten den Integrationsprozess nicht nur in ihrem Arbeitsalltag, sondern auch aktiv als Teil des Integration Monitoring Teams. Dieses Team wurde bewusst geschaffen, um den Zusammenschluss aus Mitarbeitendenperspektive zu begleiten: als Feedbackgeber, als Stimmungsbild und als Verbindung zwischen Organisation und Teams. Es geht nicht darum, Entscheidungen zu treffen, sondern darum, wahrzunehmen, wie sie ankommen.
Dieses Gespräch ist der erste von mehreren Einblicken. Über das Jahr hinweg werden wir in regelmäßigen Abständen mit beiden sprechen und so sichtbar machen, wie sich Integration im Zeitverlauf verändert.
Zwei Perspektiven auf denselben Moment
Die Nachricht vom Zusammenschluss kam für beide unerwartet, wurde aber unterschiedlich eingeordnet.
Ana beschreibt ihre erste Reaktion als neugierig und offen. Die strategische Ausrichtung von Gofore, auch durch Firmenakquisitionen zu wachsen, war ihr vertraut. Die konkrete Ankündigung kam zwar überraschend, fühlte sich für sie aber schnell wie ein logischer nächster Schritt an.
Philipp hingegen erinnert sich an einen sehr konkreten Moment: Ein Familienbesuch, ein Blick aufs Handy und dann die Nachricht auf LinkedIn. Zunächst ein Schock, gefolgt von einem schnellen Umschalten.
„Nach dem ersten Moment dachte ich: Die kenne ich doch – und dann wurde daraus ziemlich schnell: Da habe ich richtig Lust drauf.“
Was beide verbindet ist, dass die eigentlichen Fragen erst nach der ersten Reaktion aufkamen.
Neugier und die Frage nach dem eigenen Platz
Mit der anfänglichen Offenheit kam schnell die Auseinandersetzung mit dem, was sich verändern könnte.
Für Ana ist diese Frage eng mit ihrer eigenen Geschichte bei Gofore verbunden. Über mehrere Jahre hat sie das Unternehmen mitentwickelt und damit auch eine klare Vorstellung davon, wie Zusammenarbeit funktioniert.
Die Integration wirft deshalb ganz konkrete Fragen auf: Wie viel bleibt? Was verändert sich? Und wo finde ich mich selbst darin wieder?
Auch bei esentri zeigt sich, dass Integration nicht nur strategisch, sondern vor allem im Alltag spürbar wird. Philipp beschreibt, dass er sich persönlich relativ sicher fühlt, gleichzeitig aber wahrnimmt, wie unterschiedlich die Situation im Umfeld erlebt wird, insbesondere dort, wo Entscheidungen konkrete Auswirkungen auf Rollen und Teams haben.
Erste Begegnungen: Vertraut, aber nicht selbstverständlich
Die ersten Kontakte zwischen den beiden Organisationen entstanden schnell.
In München sind beide Teams schnell zusammengewachsen und die Zusammenarbeit an einem Standort begann. Auch in Ettlingen wurden Gespräche fortgesetzt, gegenseitige Besuche fanden statt und beide beschreiben diese ersten Begegnungen als überraschend vertraut.
Es gibt viele Gemeinsamkeiten – in der Art zu arbeiten, in der Kommunikation, in den Strukturen und vor allem in unseren kulturellen Werten.
Und trotzdem bleibt ein Unterschied: Vertrautheit bedeutet nicht automatisch Klarheit.
Die aktuelle Phase: Zwischen Bewegung und „Stillstand„
Nach drei Monaten lässt sich die Integration schwer in klare Begriffe fassen.
Es gibt Bewegung, aber nicht immer sichtbar. Es gibt Austausch, aber noch nicht überall Zusammenarbeit. Und es gibt viele Gespräche, aber noch nicht alle Antworten. Ana beschreibt diese Phase als eine Mischung aus Neugier und Ungeduld. Das Gefühl, dass etwas im Entstehen ist, aber noch nicht greifbar.
„Am liebsten würde ich diesen Moment überspringen und direkt mit der Umsetzung anfangen.“
Auch Philipp spricht von einem Moment des Wartens. Viele erwarten den nächsten größeren Schritt, insbesondere dann, wenn neue Strukturen sichtbar werden und Orientierung geben. Diese Gleichzeitigkeit aus Aktivität und einer gewissen Unklarheit prägt den Alltag im Moment.
Besonders deutlich wird im Gespräch, dass beide von ähnlichen Fragen ausgehen, auch wenn sie unterschiedliche Aspekte stärker in den Fokus rücken. Im Kern treibt beide dieselbe Frage um: Wie verändern sich Rollen, Verantwortlichkeiten, Kolleg:innen und People Leads durch eine neue Organisationsstruktur?
Für Philipp rückt dabei zusätzlich in den Fokus, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich aus der neuen Organisationsstruktur ergeben.
Dazwischen
Vielleicht lässt sich dieser Moment am besten so beschreiben: Noch ist nicht alles zusammengewachsen, aber vieles hat sich bereits in Bewegung gesetzt.
Die Integration ist nicht abgeschlossen und sie ist auch noch nicht wirklich im Arbeitsalltag angekommen, aber es ist spürbar das sich Dinge bewegen.
Sie ist gerade genau das: Dazwischen.
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