Blog 6.7.2026

Unser Trip zur Google I/O Connect 2026 in Berlin

Gofore Crew

Letzte Woche waren wir auf der Google I/O Connect in Berlin, ein Event, bei dem die neuesten Technologien für alle, die in den Bereichen Web, Android, Cloud und KI entwickeln, praxisnah präsentiert wurden. Statt reiner Theorie gab es spannende Workshops und Live-Demos, in denen wir die Tools direkt in Aktion erleben konnten. Besonders die Fortschritte rund um KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge haben es in sich. Hier ist unser persönlicher Rückblick auf die spannendsten Themen der Konferenz.

WebMCP: Strukturierte Tools für KI-Agenten

Ein großes Highlight war WebMCP, ein vorgeschlagener Webstandard, mit dem strukturierte Tools für KI-Agenten erstellt und verfügbar gemacht werden können. Bisher mussten KI-Agenten oft manuelle Mausklicks und Texteingaben simulieren. WebMCP ändert das radikal: Es stellt JavaScript bereit und annotiert HTML-Formularelemente. Dadurch wissen Agenten genau, wie sie mit Seitenfunktionen interagieren müssen.

Anstatt sich auf fehleranfällige Interpretationen bei jedem Schritt zu verlassen, können Websites über ein JSON-Schema explizite Definitionen von Eingaben und erwarteten Ausgaben vorgeben. Das reduziert Halluzinationen oder Missverständnisse erheblich. Für uns besonders cool: Angular bietet hierfür bereits experimentelle Unterstützung, was natürlich perfekt in den Tech-Stack passt. Die Tools lassen sich flexibel aufsetzen, entweder per Imperativer API mit Standard-JavaScript oder per Deklarativer API direkt am HTML-Formular.

Chrome-Entwicklertools für KI-Agenten

Auch beim Debugging tut sich einiges. Mit den neuen Chrome-Entwicklertools für Agenten kann ein KI-Agent direkt mit dem Chrome-Browser interagieren, um Code zu testen und Fehler vor der Veröffentlichung zu beheben. Die Tools sind erfreulicherweise bereits in Antigravity 2.0 integriert, lassen sich aber auch für jeden gängigen Coding-Assistant installieren. Der Agent übernimmt auf Wunsch die proaktive Qualitätssicherung, indem er Lighthouse-Audits für Barrierefreiheit, SEO und Leistung ausführt. Zudem kann er sich mit einer aktiven Chrome-Sitzung zum Live-Debugging verbinden.

Modern Web Guidance

Ein weiteres sehr nützliches Werkzeug ist die Modern Web Guidance. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Skills, die Best Practices für das Web und Browserkompatibilitätsdaten direkt in Coding-Agenten einbetten. Man kann das Ganze einfach über die Kommandozeile in sein Projekt integrieren, beispielsweise mit npx skills. Egal ob man Claude Code, die Copilot-CLI oder die Antigravity nutzt – die Guidance hilft dabei, präzise Korrekturen für modernen Webcode automatisch anzuwenden. Zudem hilft das Tool maßgeblich dabei, die Accessibility (Barrierefreiheit) zu verbessern, und berücksichtigt Best Practices, die sonst oft nur absolute CSS-Expert:innen auf dem Schirm haben. Besonders bei der Modernisierung von Legacy-Code oder beim Bau neuer Nutzererlebnisse dürfte das den Workflow enorm beschleunigen.

40-Minuten-Challenge in der Vibe Lounge

Abseits der großen Präsentationen haben wir auch die interaktiven Bereiche unsicher gemacht. In der Vibe Lounge gab es eine ziemlich coole Hands-on-Challenge: Wir hatten genau 40 Minuten Zeit, um mit AI Studio eine eigene Applikation auf die Beine zu stellen. Herausgekommen ist eine „Berlin Street Food Ordering“-App. Man konnte darüber digital typisches Berliner Street Food bestellen und wir haben auch direkt eine coole Übersetzungsfunktion eingebaut. Diese hat zum jeweiligen Gericht angezeigt, wie man es stilecht auf „Berlinerisch“ bestellen würde und wie das Ganze gesprochen klingt – ein riesiger Spaß und ein perfektes Beispiel dafür, wie schnell sich Prototypen mit den aktuellen KI-Umgebungen hochziehen lassen.

Ups… Ein kleiner Copy-Paste-Fauxpas

Einen witzigen Schreckmoment gab es dann noch direkt bei der Welcome-Präsentation: Der Vortragende auf der Bühne wollte bei einer Live-Demo souverän einen Prompt aus seinen Notizen kopieren. Dumm nur, dass sich direkt daneben auch ein Passwort befand, welches dann prompt für alle im Saal kurz auf der Leinwand landete. Eine sehr greifbare Erinnerung daran, dass man aufpassen sollte, wie man Dinge präsentiert.

Fazit & Blick nach vorn

Im Vergleich zu den letzten Jahren dreht sich wirklich absolut alles nur noch um KI. Es ist schon krass, dass so ein extremer Wandel überhaupt möglich war und es auf der Konferenz scheinbar gar keine anderen Themen mehr gibt. Diese Flut an autonomen KI-Tools zeigt extrem faszinierend, in welche Richtung die Industrie steuert. Es wird spannend zu sehen, wie diese neuen Werkzeuge die Balance aus Automatisierung, Kontrolle und Effizienz in unseren zukünftigen Projekten verändern werden.

Natürlich ist so eine Konferenz immer nur ein kleiner Ausschnitt aus dem, was das Ökosystem zu bieten hat. Abseits der offiziellen Vorträge und Demos haben wir die Zeit in Berlin intensiv genutzt, um auch über den Tellerrand hinauszuschauen und ausgiebig zu networken, sowohl mit völlig neuen Kontakten als auch mit bekannten Gesichtern, die man bisher eigentlich nur aus YouTube-Videos oder der Google-Kommunikation kannte.

Die Köpfe rauchen, aber wir haben viel mitgenommen und werden einiges in Zukunft nutzen.

Fabian Genes

Software Engineer

Fabi ist seit 2022 Teil der Gofore Crew und verbindet akademisches Know-how mit praktischer Erfahrung, um ganzheitliche Softwarelösungen zu realisieren. Seine Motivation ist es, komplexe Systeme von der Benutzeroberfläche bis zur Datenbank zu durchdringen und dabei stets die effizienteste Lösung zu finden. Kolleg:innen schätzen ihn nicht nur für seine technische Expertise, sondern vor allem für seine offene Art und seinen Humor. Denn ein guter oder auch mal herrlich flacher Witz gehört für ihn zu einer produktiven Arbeitsatmosphäre einfach dazu. Abseits des Codes findet man Fabi in der Boulderhalle, wo er sportliche Herausforderungen meistert, oder bei leidenschaftlichen Nerd-Tätigkeiten wie bei einer Runde Magic: The Gathering.

Katharina Boguth

Fullstack Developer

Kathi ist seit 2020 Teil der Gofore Crew und verbindet ihre Expertise in Java/Spring, Angular und Android mit einer großen Begeisterung dafür, stets Neues zu lernen. Sie will sich im Bereich der Fullstack-Entwicklung stetig weiterentwickeln und arbeitet sich schnell in neue Projekte und Umgebungen ein. Für Kathi gehört ein agiles Team mit entspannten, lockeren Leuten zu einer produktiven Arbeitsatmosphäre dazu und ihre Kolleg:innen schätzen sie nicht nur für ihre absolute Zuverlässigkeit, sondern vor allem dafür, dass die Zusammenarbeit mit ihr einfach Spaß macht. Ausgleich im Alltag findet Kathi beim Schwimmen, auf dem Fahrrad oder mit einem Griff zur Gitarre.

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