Blog 21.10.2026

Along the Way – Wann hört Integration eigentlich auf?

Gofore Crew

Veränderung endet nicht mit einer Ankündigung, sie entwickelt sich über Wochen und Monate. Gerade bei einem Firmenzusammenschluss sind es oft die kleinen Momente, Begegnungen und Entscheidungen, die zeigen, wie aus zwei Organisationen Schritt für Schritt eine gemeinsame wird.

Mit unserer Serie „Along the Way“ begleiten wir die Integration von Gofore und esentri über ein ganzes Jahr hinweg. In jedem Quartal sprechen wir mit Ana (Gofore) und Philipp (esentri) darüber, wie sie diese Entwicklung erleben – persönlich, ehrlich und aus ihrem Arbeitsalltag heraus.

Nach dem Auftakt im ersten Artikel und dem zweiten Gespräch schauen wir nun darauf, wo die gemeinsame Organisation heute steht.

Die neue Organisation steht, Rollen sind verteilt und gemeinsame Strukturen geschaffen. Ist die Integration damit geschafft? Noch lange nicht. Denn nach den großen Veränderungen zeigt sich jetzt, wie viel die kleinen Dinge ausmachen.

In unserem dritten Gespräch mit Ana und Philipp wird deutlich: Viele der großen Weichen sind gestellt. Jetzt geht es um den Feinschliff. Und um die Frage, wie aus gemeinsamen Strukturen Schritt für Schritt ein gemeinsames „Wir“ entsteht.

Die Struktur steht, jetzt kommt der Feinschliff

In den vergangenen Monaten ist vieles konkreter geworden. Service Areas haben sich gefunden, People Leads sind in ihren Rollen gestartet und neue Austauschformate sind entstanden.

Besonders auf Führungsebene spüren Ana und Philipp, dass etwas zusammengewachsen ist. Gemeinsame Workshops und regelmäßige Leadership Syncs schaffen Raum, um Rollen, Erwartungen und ein gemeinsames Verständnis von Führung zu entwickeln.

Auf Mitarbeitendenebene ist das Bild noch differenzierter. Hier stellt sich zunehmend die Frage, wie mehr Austausch über bisherige Grenzen hinweg entstehen kann. Für Ana ist das auch eine Führungsaufgabe:

„Wir müssen uns auch die Frage stellen: Haben wir es als Führungskräfte geschafft, die Leute mitzunehmen?“

Formate wie Coffee Dates, Crew-Brews (unsere Standort Meetings, in denen wir uns organisieren) oder der Austausch innerhalb der Service Areas schaffen dafür erste Anknüpfungspunkte. Denn eine gemeinsame Struktur allein reicht nicht. Zusammenwachsen passiert dort, wo Menschen sich begegnen und miteinander arbeiten.

Was noch zusammen wächst

Die aktuelle Integration von esentri und Gofore baut auf einer früheren Integration auf: eMundo ist bereits Teil von Gofore. Damit kommen drei Unternehmensgeschichten und Kulturen zusammen.

Im Arbeitsalltag spielt es längst nicht immer eine Rolle, wer ursprünglich von welchem Unternehmen kommt. Wenn gemeinsam an einer Herausforderung gearbeitet wird, steht das gemeinsame Ziel im Vordergrund.

Und trotzdem gibt es Momente, in denen unterschiedliche Herkunftsgeschichten noch spürbar sind. Philipp merkt das zum Beispiel an der Sprache: Wenn von Gofore, esentri oder eMundo gesprochen wird, zeigt sich darin, wie prägend die bisherigen Zugehörigkeiten weiterhin sind.

„Wir bringen zum Teil noch drei unterschiedliche Unternehmensgeschichten und Kulturen zusammen“.

Auch Ana erlebt, dass sich Kolleg:innen neu orientieren: Wo gehöre ich hin? Was bedeutet die neue Organisation für mich? Und welche Möglichkeiten entstehen daraus?

Umso wichtiger wird eine gemeinsame Sprache. „Wir auf Führungsebene müssen eine Sprache sprechen“, sagt Ana. Dabei geht es nicht darum, unterschiedliche Geschichten möglichst schnell verschwinden zu lassen. Sie gehören dazu. Gleichzeitig entsteht etwas Neues, das ein gemeinsames Verständnis braucht.

Vom Großen ins Kleine

Je weiter die strukturelle Integration voranschreitet, desto stärker rücken die Details in den Mittelpunkt. Wie sprechen wir miteinander und übereinander? Wen beziehen wir ein? Wo suchen wir bewusst den Austausch mit Menschen außerhalb unserer bisherigen Kreise?

Integration wird damit zunehmend zu etwas, das nicht nur auf Organisationsebene stattfindet. Jede und jeder kann einen Teil dazu beitragen.

Die Organisation kann Strukturen schaffen, Prozesse und Systeme harmonisieren und Austausch ermöglichen. Führung kann und soll Orientierung geben. Doch wie all das tatsächlich gelebt wird, entscheidet sich im Alltag.

Und oft sind es gerade die vermeintlich kleinen Dinge, die einen Unterschied machen: Sprache, Begegnungen, Gewohnheiten oder die Frage, wie ein gemeinsames „Wir“ sichtbar und spürbar wird.

Die großen Entscheidungen schaffen den Rahmen. Mit Leben gefüllt wird er von uns allen.

Wann hören wir auf, über Integration zu sprechen?

Ganz ohne die großen Themen geht es noch nicht. Prozesse und IT-Systeme müssen weiter harmonisiert werden. Mit Blick auf 2027 werden weitere Unterschiede im Arbeitsalltag verschwinden und gemeinsame Modelle entstehen.

Gleichzeitig geht die emotionale Integration weiter. Denn ein gemeinsames Unternehmen entsteht weder allein durch dieselben Systeme noch allein durch ein gemeinsames Gefühl. Es braucht beides.

Vielleicht gibt es deshalb auch nicht den einen Moment, an dem Integration abgeschlossen ist. Wenn Zusammenarbeit selbstverständlich wird und die frühere Unternehmenszugehörigkeit immer seltener eine Rolle spielt, verliert der Begriff vielleicht irgendwann einfach an Bedeutung. Und wenn sich die Menschen mit Gofore, gemeinsam entwickelten Werten und Zielen verbunden fühlen.

Die großen Schritte sind gegangen. Jetzt kommt es auf die Details an und auf den Beitrag, den wir alle leisten: indem wir den Austausch über bisherige Grenzen hinweg suchen, neue Kolleg:innen bewusst einbeziehen, unsere Sprache reflektieren, den Arbeitsplatz gestalten  und gemeinsame Zusammenarbeit weiterentwickeln.

Denn die Organisation kann den Rahmen schaffen. Ein gemeinsames, standortübergreifendes Zugehörigkeitsgefühl entsteht dadurch, wie wir diesen Rahmen miteinander gestalten.


Du möchtest mehr über die Hintergründe der Firmenakquisition erfahren?
Dann schau gerne hier vorbei:

Ana Bugmann

Head of Service Area Discovery

Ana ist als Head of Service Area Discovery & Design bei Gofore tätig. Sie verbindet strategische Führung mit einem klaren Fokus auf nutzerzentrierte Innovation, Zusammenarbeit und nachhaltige Ergebnisse.

Mit ihrem Hintergrund in Design und Digitalisierung unterstützt sie Teams und Kunden dabei, komplexe Herausforderungen zu strukturieren und in konkrete, umsetzbare Lösungen zu überführen. Ihr Fokus liegt darauf, Kompetenzen weiterzuentwickeln, Menschen zu fördern und Organisationen zukunftsfähig aufzustellen.

Dabei arbeitet sie eng mit Teams und Stakeholdern zusammen mit dem Ziel, echten Mehrwert zu schaffen, der über die Konzeptphase hinausträgt.

Philipp Holz

Senior Consultant Cloud Platforms

Philipp ist als Senior Consultant Cloud Platforms bei esentri AG (Teil von Gofore) tätig und unterstützt Unternehmen bei der Gestaltung moderner Cloud-Plattformen und nachhaltiger Softwarearchitekturen. Zusätzlich übernimmt er als People Lead Verantwortung für die fachliche und persönliche Entwicklung seiner Mitarbeitenden. Er verbindet fundierte Erfahrung aus Softwareentwicklung, Architektur und agilem Arbeiten mit einem klaren Blick für zukunftsfähige Lösungen.

Sein Fokus liegt darauf, technisch überzeugende und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln, die Teams im Alltag spürbar weiterbringen. Dabei setzt er auf Klarheit, Qualität, individuelle Entwicklung und eine pragmatische Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

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