Wenn Entwicklungsteams über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten, reicht technisches Fachwissen allein nicht aus. Vertrauen, offene Kommunikation und die Fähigkeit, unterschiedliche Kompetenzen zusammenzubringen, sind ebenso entscheidend.
Als Project Manager und Delivery Lead bei Gofore DACH koordiniere ich das Projekt von München aus und arbeite dabei eng mit unseren technischen Expertinnen und Experten in Finnland sowie unserem Kunden Poclain in Frankreich zusammen. Ein wesentlicher Teil meiner Aufgabe besteht darin, die Teams über organisatorische und geografische Grenzen hinweg zu vernetzen, den Informationsaustausch zu fördern und zeitnahe Entscheidungen zu ermöglichen. Durch diesen Ansatz konnte sich sehr schnell eine enge und produktive Zusammenarbeit entwickeln.
Von der Prototypenbewertung zur Maschinenintegration
In der ersten Projektphase ging es darum, ein tiefgehendes Verständnis des Systems zu entwickeln und den ersten Prototyp zu testen, um dessen Reifegrad zu bewerten.
Gemeinsam mit Poclain entwickelte Gofore eine Kalibrierungs- und Validierungsstrategie. Dazu gehörten die Definition der erforderlichen Tests, geeignete Methoden zur Leistungsmessung sowie ein systematisches Vorgehen für den Kalibrierungsprozess. Die Ergebnisse der ersten Kalibrierungsarbeiten vor Ort bestätigten die Eignung der gewählten Strategie und schufen eine solide Grundlage für die nächste Projektphase.
Im nächsten Schritt steht die Validierung des Prototypsystems als Vorbereitung auf die Inbetriebnahme im Mittelpunkt. Gofore wird die Teams während des gesamten Integrationsprozesses unterstützen.
Maschinen- und Getriebekompetenz vereinen
Die Integration eines komplexen Antriebssystems in eine mobile Arbeitsmaschine geht weit über das reine Verbinden einzelner Komponenten hinaus. Getriebe und Maschine müssen als ein perfekt aufeinander abgestimmtes Gesamtsystem funktionieren.
Auch meine eigene Rolle ist stark vom internationalen Charakter dieser Zusammenarbeit geprägt. Der Schlüssel zu unserem Erfolg liegt darin, die beiden Teams eng miteinander zu vernetzen. So können Informationen schnell ausgetauscht, Entscheidungen beschleunigt und potenzielle Probleme frühzeitig angegangen werden.
Die richtige Expertise und die passende Arbeitsweise
Poclain suchte einen Integrationspartner mit praktischer Erfahrung in der Validierung und Kalibrierung von Antriebssystemen für mobile Arbeitsmaschinen. Gofore war bereits mit dem technischen Umfeld vertraut und verfügte über die notwendige Expertise, um das Projekt zu unterstützen.
Dank dieses Vorwissens konnte das Projektteam effizient starten und sich schon früh auf die wichtigsten technischen Fragestellungen konzentrieren.
Technische Kompetenz war jedoch nur ein Teil der Entscheidung. Ebenso wichtig war es, einen Partner zu finden, dessen Arbeitsweise zu der von Poclain passt. Die Zusammenarbeit zeichnet sich durch Agilität, Flexibilität und eine sehr direkte Kommunikation aus.
Vertrauen von Anfang an
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften des Projekts ist das hohe Maß an Vertrauen, das von Beginn an vorhanden war. Dadurch konnte ein Umfeld geschaffen werden, in dem Herausforderungen frühzeitig erkannt und Entscheidungen effizient getroffen werden können.
Gerade in einem internationalen Projekt ist diese Offenheit besonders wichtig. Einige Teammitglieder sind zudem direkt vor Ort beim Endkunden im Einsatz. Dennoch fließen Informationen kontinuierlich und Entscheidungen werden gemeinsam vorbereitet.
Bei meinen Besuchen erlebe ich regelmäßig, wie wertvoll dieser direkte und transparente Austausch ist. Dank offener Kommunikation und klar definierter Verantwortlichkeiten kann das Team den Testprozess flexibel anpassen und gemeinsam vorankommen. So fühlte sich die Zusammenarbeit vom ersten Tag an natürlich und effektiv an.
Internationale Zusammenarbeit als Stärke im Engineering
Internationale Projekte werden häufig mit Herausforderungen verbunden: Geografische Entfernungen und kulturelle Unterschiede können zu komplexeren Kommunikationsstrukturen führen. In diesem Projekt hat sich die internationale Dimension jedoch als echte Stärke erwiesen.
Jedes Team bringt einen anderen Teil des erforderlichen Systemwissens ein. Durch den offenen Austausch werden diese unterschiedlichen Kompetenzen zu einem gemeinsamen Entwicklungsansatz zusammengeführt. Die verschiedenen Perspektiven werden dabei nicht als Hindernis betrachtet, sondern als Chance, bessere Lösungen zu entwickeln.
Auch die ausgewogene Zusammensetzung des Teams trägt dazu bei, technische Diskussionen produktiver zu gestalten. Anstatt organisatorische Grenzen zu verteidigen, konzentrieren sich alle auf dasselbe Ziel: sicherzustellen, dass Maschine und Getriebe als sicheres und leistungsfähiges Gesamtsystem zusammenarbeiten.
Für mich zeigt dieses Projekt beispielhaft, was erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ausmacht. Technische Expertise bildet die Grundlage. Entscheidend ist jedoch, ein Umfeld zu schaffen, in dem Wissen offen geteilt, Verantwortung gemeinsam übernommen und die Zusammenarbeit vom ersten Tag an auf Vertrauen aufgebaut wird.