Blog • 08.04.2020

Warum Sie bereits ein Design-System nutzen sollten

Warum Sie bereits ein Design-System nutzen sollten

Design-Systeme gelten schon jetzt als die „neue Norm” in der Produktentwicklung

Die Markttransformation beschleunigt sich auf allen Gebieten und die Bedeutung der Ausfallsicherheit, insbesondere von Produktionslinien, bekommt einen immer höheren Stellenwert. Kundenbedürfnisse ändern sich schneller, manche Unternehmen fusionieren und andere schließen. Einige Lösungen boomen, andere werden obsolet.

Dieser ständige Wandel erfordert auch von den Entwicklungsprozessen für Produkt- und Dienstleistungen, dass sie sich schneller als je zuvor anpassen und auf neue Situationen reagieren. Um dies zu ermöglichen, ist ein systemischer Ansatz erforderlich. Design-Systeme bieten eine Lösung, um Veränderungen in der Produktentwicklung nachhaltig und profitabel zu bewältigen.

Ein Design-System gewährleistet einen effizienten Entwicklungsfluss zwischen verschiedenen Organisationseinheiten in einer sich ständig wandelnden, komplexen Umgebung.

Design-System – was ist das?

Wie der Name schon sagt, nähert sich ein Design-System der Produktentwicklung systemisch, sowohl auf geschlossener, als auch auf ganzheitlicher Ebene. Jedes entwickelte Element – sei es ein Symbol, ein Softwarecode oder eine Komponentenform – ist Teil eines größeren Produktportfoliosystems und kann in mehreren Anwendungsfällen verwendet werden. Das Design-System wird von Designern, Entwicklern und Ingenieuren in Echtzeit aktualisiert und bietet stets Zugriff auf die neusten (Arbeits-) Materialien und Entscheidungen.

Ein Design-System optimiert den Wartungsprozess. Die Pflege eines Systems ist grundlegend, vor allem bei der Software-Entwicklung: wenn eine Komponente verändert wird, passt sie sich automatisch überall dort an, wo sie verwendet wird. Dadurch wird der Aufwand von manuellen Anpassungen drastisch reduziert.

 

Ein Design-System verbessert die Zusammenarbeit und Kommunikation

Einige der Schlüsselbegriffe des Design-Systems sind Zugänglichkeit und Transparenz. Das Design-System bietet eine Plattform, auf die alle Beteiligten in Echtzeit zugreifen können, sei es beispielsweise die Marketingabteilung, die Konstruktion, die Fertigung, die Produktion, das Industriedesign, die Softwareentwicklung oder die Abteilung für User-Interface Design.

Elemente eines Design-Systems

Das Design-System passt sich an die Anforderungen einer Organisation an, wodurch die Elemente, die es abdeckt, variieren. Einige der gebräuchlichsten Elemente sind:

1. DESIGN

  • Visuelle Bausteine z.B. Symbole, universelle Formen, Schriften (inklusive Schriftgrößen und -schnitten), Warnhinweise, Farbpaletten, Komponenten und Module, Vorlagen, HMI-Muster
  • HMI Muster z.B. Fehlermuster, User Interface Interaktionsregeln

2. PROZESSE UND STANDARDS

  • z.B. Ergonomie, Tonalität, Gestaltungsprinzipien, UI-Raster, Implementierungsstandards
  • z.B. Design-Fertigungs-Workflow, Design-Programmierungs-Workflow, Kontrolle der Komponentenversion, Komponentenanpassung und -verwaltung, Benennungsstruktur

3. EENGINEERING UND SOFTWAREENTWICKLUNG

  • z.B. Code
  • z.B. Komponenten

Klein anfangen

Anstatt beim Aufbau des Design-Systems sofort gigantische Entwicklungsarbeit zu leisten, sollten Sie klein anfangen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor: in Phasen, die einen sofortigen Nutzen für Ihren Entwicklungsprozess bringen. Seien Sie agil und arbeiten Sie stufenweise.

Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Komponenten und identifizieren Sie universelle Elemente. Beginnen Sie mit dem Aufbau einer Komponentenbibliothek, auf die jeder zugreifen kann (für weitere praktische Tipps können sie gerne Kontakt aufnehmen). Weitere Elemente können dann später dem System hinzugefügt werden – lassen Sie es parallel zum natürlichen Entwicklungszyklus wachsen.

Das Design-System ist nie “fertig”, aber es entwickelt sich ständig weiter. Es ist also eher eine skalierbare Plattform und anpassbare Basis als eine einmalige, abgeschlossene Lösung.

Ein Design-System spart Geld und beschleunigt den Arbeitsprozess

Häufig auftretende Probleme und darauf basierende Vorteile eines Design-Systems:

PROBLEME
VORTEILE DES DESIGN-SYSTEMS:
  • Die Elemente und Entscheidungen werden nicht rechtzeitig im gesamten Entwicklungsteam ausgetauscht, was in der Regel dazu führt, dass:
    – sehr viel Zeit für die Suche nach den richtigen Materialien anfällt.
    – bereits existierendes Material doppelt erarbeitet wird.
    – Die Wartung und Pflege sehr arbeitsintensiv ist.
    – im schlimmsten Fall: falsches oder veraltetes Material bei der Entwicklung benutzt wird.
  • Jeder neu eingestellte Mitarbeiter verlangsamt die Prozessbearbeitung, da er nicht über Ablageorte von relevanten und aktuellen Materialien informiert ist.
  • Jedes Projekt vergrößert das Chaos in der Prozessbearbeitung.
  • Ein Design-System bietet allen relevanten Interessengruppen schnellen Zugang zu den neuesten Materialien.
  • Ein Design-System ermöglicht die Organisation zur Entwicklung eines effizienten Arbeitsablaufs.
  • Ein Design-System beschleunigt die Entwicklung und den Wartungsprozess.
  • Ein Design-System beschleunigt den Entwicklungsprozess.
  • Ein Design-System verbessert die konstruktive Kommunikation und Interaktion zwischen verschiedenen Teilhabern.
  • Ein Design-System maximiert die Konsistenz der gesamten Produktpalette.
Ohne ein Design-System:
  1. Software- und Produktentwicklungsprozesse werden zunehmend langsamer.
  2. Die Benutzererfahrung leidet unter wachsenden Uneinheitlichkeiten bei der Bedienung.
  3. Erhebliche Mengen an Zeit und Geld werden verschwendet.
  1. Ein Design-System macht die Arbeit jedes Einzelnen angenehmer, schneller und professioneller.
  2. Ein Design-System optimiert die Benutzerfreundlichkeit und steigert dadurch entscheidend die Kundenzufriedenheit.
  3. Ein Design-System erhöht die Geschwindigkeit –> frühere Marktreife erhöht den Umsatz.
  4. Ein Design-System vereinfacht den After-Sales-Service
  5. Ein Design-System spart Zeit = Geld.

Nehmen wir an, wir haben ein interdisziplinäres Team aus 40 Personen – darunter Designer, Ingenieure und Programmierer. Und nehmen wir an, dass alle durchschnittlich 30 Minuten pro Tag damit verbringen, über diese Themen nachzudenken:

„Welchen Blauton verwenden wir?“

„Können Sie das neu gestalten? Wir können es nicht bauen.“

„Wo ist unser Logo?“

„Haben wir bereits ein Icon, das wir für diese Funktion verwenden können?“

„Wie haben unsere neuen Kollegen in der anderen Abteilung das Problem gelöst?“

„Wurde dieses Muster woanders verwendet?“

„Wie können wir dieses Muster aufbauen?“

„Wo sind unsere genehmigten Archivfotos?“

„Können Sie das nachbauen, es passt nicht zum Design?“

„Was ist die aktuellste Dokumentation?“

„Entspricht dies den Codierungs- Konstruktionsvorgaben?“

“Wo sind unsere universellen Materialien?” –> 2,5h/Woche pro Person * 48 Wochen * 40 Personen = 4 800 h.

Multiplizieren wir das mit den Kosten von 70€/Stunde = 336 000 €

In diesem Beispiel würde der jährliche ROI eines Design-Systems 336 000 € betragen.
Und noch mehr: diese Berechnung beinhaltet weder die Kosten für die Neuerstellung, noch die schlechte Erfahrung des Kunden im Falle einer falschen Verwendung der Materialien im Entwicklungsprozess.

Und vergessen wir nicht den Faktor Mensch: Der Einsatz des Design-Systems bietet einen Motivationsschub für die Mitarbeiter, indem es alltägliche Hindernisse im Arbeitsablauf beseitigt.

 

Und nun?

Wir helfen Ihnen gerne bei der Planung für den effizienten Einsatz von Design-Systemen, mit dem Ziel, Ihr Geschäft und Ihre Prozesse bestmöglich zu unterstützen.
Buchen Sie eine kostenlose Planungssitzung bei uns: andrea.welzel@gofore.com oder telefonisch unter: +49 173 391 0744

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jonnai

Jonna Iljin

Jonna is "a Jane of all design trades", a seasoned Designer located in Munich, currently focusing on human driven design methods, agile design, design management, XD capability development, design thinking methodologies and facilitation.

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